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Sechster Kreuzzug
Kreuzzug Friedrichs II. (1228)
Der Kreuzzug Friedrichs II. von Staufen wird in manchen Zählungen als fünfter und in anderen als sechster Kreuzzug bezeichnet. Grund dafür ist, dass dieser Kreuzzug ursprünglich auf den Aufruf des Papstes Innozenz III. von 1213 zurückgeht, Jerusalem zurückzuerobern.
Diese Aufforderung richtete sich bereits an Friedrich II., den damaligen König von Deutschland und Sizilien. Wegen des frühen Todes seiner Eltern stand Friedrich II. als Kind unter der Vormundschaft des Papstes Innozenz III. Er war es auch, der Friedrich später zum König von Deutschland krönen ließ. Das geschah gegen den Widerstand der Welfen, die bis dahin Otto IV. als König von Deutschland bestimmt hatten. Dessen ungeachtet machte Papst Innozenz III. die Regentschaft Friedrich II 1215 endgültig. So ergaben sich in Deutschland innerpolitische Konflikte, die der Grund dafür waren, dass Friedrich II. sich um seine Regierungsgeschäfte kümmern musste und zu diesem Zeitpunkt nicht nach Jerusalem ausziehen konnte.
Schon Heinrich VI., der Vater Friedrich II. hatte sich verpflichtet einen Kreuzzug anzuführen, wozu es aber durch dessen Tod nicht mehr kommen konnte. So gelobte Friedrich feierlich, die Verpflichtung seines Vaters zu übernehmen. Dieses Gelübde wurde durch die Kreuznahme Friedrichs bei seiner Krönung zum deutschen König symbolisiert.
Obwohl nach der Meinung Friedrich II. der Zeitpunkt denkbar ungünstig war, bestand Papst Innozenz III. darauf, ohne große Verzögerung einen Kreuzzug durchführen und plante dessen Beginn für 1216. Mitten in den Vorbereitungen starb Papst Innozenz III.
Daraufhin legte sein Nachfolger Papst Honorius III. den Beginn des fünften Kreuzzuges auf den 1. Juni 1217 fest. An diesem Tag brachen die Kreuzfahrer tatsächlich auf, aber nicht unter der Führung Friedrich II., der sich dadurch beim Papst in Misskredit brachte. Jerusalem konnte jedoch nicht eingenommen werden und der Kreuzzug wurde in die ägyptische Hafenstadt Damiette fortgesetzt. Deshalb nennt man ihn heute den Kreuzzug von Damiette.
Der Kreuzzug von Damiette endete 1221 und war gescheitert. Ein Jahr zuvor war Friedrich II. zum Kaiser von Rom gekrönt worden. Auch dieses Krönungszeremoniell beinhaltete die Kreuznahme durch Friedrich II, was einem neuerlichen Versprechen, einen Kreuzzug zu führen gleichkam. Honorius III. der sich ständig über den Verlauf des Kreuzzuges von Damiette berichten ließ, bat Friedrich II. zu diesem Zeitpunkt mehrmals, einzugreifen.
Da der Kaiser mit der Stabilisierung der Lage in Unteritalien beschäftigt war, konnte er nichts mehr gegen den Misserfolg der Kreuzfahrer tun. So wurde er schließlich für das Scheitern dieses Kreuzzuges mitverantwortlich gemacht. Auch wurde ihm immer noch vorgeworfen, sein Gelübde, den fünften Kreuzzug anzuführen, gebrochen zu haben. In dieser Lage sah sich Friedrich II. gezwungen, verbindlich zu versprechen, bis spätestens 1227 einen weiteren Kreuzzug nach Jerusalem persönlich anzuführen. Er verpflichtete sich dazu im Vertrag von San Germano. Dieser Vertrag legte im Falle der Nichteinhaltung des Versprechens eine besondere Strafe fest: den Kirchenbann Friedrichs II.
Hinzu kam, dass Friedrich II. 1225 durch die von Papst Honorius III. angebahnte Hochzeit mit der Erbin des Throns von Jerusalem, Isabella von Brienne, der rechtmäßige Herrscher Jerusalems wurde. Jetzt musste er nach Jerusalem ziehen, um diese Herrschaft anzutreten. Darüber hinaus verpflichtete ihn der Vertrag von San Germano, mindestens 1000 Ritter anzuführen, wenigstens ein Jahr lang zu kämpfen und für den Seetransport weiterer 2000 Ritter ins heilige Land finanziell aufzukommen.
Tatsächlich versammelte Friedrich II. im Sommer 1227 wesentlich mehr als 1000 Ritter im Hafen von Brindisi, um zum Kreuzzug aufzubrechen. Auch der Ausbruch einer Seuche in Brindisi hielt ihn zunächst nicht davon ab, in See zu stechen. Doch er und sein engster Begleiter waren selbst erkrankt und so kehrte Friedrich, nachdem er den Tod seines Begleiters miterleben musste zurück, um sich in einem Bad auszukurieren. So fand auch dieser Kreuzzug zunächst wieder ohne den Kaiser statt. Weil er eigentlich eine Fortsetzung des Kreuzzugs von Damiette ist, wird er oft mit diesem gemeinsam als fünfter Kreuzzug bezeichnet. In anderen Zählungen werden beide Kreuzzüge einzeln betrachtet, was den 1227 begonnenen Kreuzzug zum sechsten Kreuzzug macht.
Inzwischen war Papst Honorius III. verstorben und ein neuer Papst, Gregor IX, hatte die Macht übernommen. Dieser hatte sich vorgenommen, weniger Nachsichtig als seine Vorgänger mit dem Staufer Friedrich II. umzugehen. Für Papst Gregor waren der Ausbruch der Seuche und Erkrankung des Kaisers keine Gründe, die Ritter nicht auf dem Kreuzzug ins heilige Land anzuführen. Über Friedrich II. wurde wegen der Nichteinhaltung des Vertrags von San Germano der Kirchenbann verhängt. Selbst am Ausbruch der Seuche wurde dem Kaiser die Schuld gegeben. Er tat Buße und versprach, im Frühjahr 1228 erneut zum Kreuzzug aufzubrechen. Doch nun versuchte Papst Gregor IX sogar, den Aufbruch zu boykottieren, um den Bann nicht wieder lösen zu müssen.
Dessen ungeachtet, folgte der Kaiser am 28. Juni 1228 mit einer etwa 500 Mann starken Begleitung seinem Heer ins heilige Land. Deshalb gilt das Jahr 1228 als Beginn des Kreuzzuges Friedrichs II. Dieser Kreuzzug ging als der einzige friedliche und trotzdem erfolgreiche in die Geschichte ein.
Friedrich II. gelangte zunächst nach Zypern, wo er die Vormundschaft über den minderjährigen Herrscher übernahm und die Reichslehenschaft wieder einführte. Gemeinsam mit dem bisherigen Vormund des jungen zypriotischen Königs zog er weiter nach Akkon (Akko), im Norden Israels. Dort wurde er vom größten Teil des vorausgezogenen Heeres mit Begeisterung empfangen. Doch einige Orden, wie die Templer und die Johanniter, verweigerten Friedrich II., weil er ohne die Absolution des Papstes unterwegs war, die Gefolgschaft. Das hätte es erschwert, Jerusalem auf militärischem Wege einzunehmen. Doch der Kaiser hatte sowieso andere Pläne.
Friedrich II. sprach fließend arabisch und passte sein gesamtes Auftreten im heiligen Land orientalischen Gebräuchen an. Das verschaffte ihm bei den Einheimischen hohes Ansehen und erleichterte die Beziehungen zum ägyptischen Sultan Al Kamil, der über Jerusalem herrschte. So konnten die heiligen Orte Bethlehem, Nazareth und Jerusalem ohne Blutvergießen und allein durch Verhandlungen zwischen Friedrich II. und Al Kamil zurückgewonnen werden. Friedrich II. wurde König von Jerusalem. Darüber hinaus garantierte der Sultan Al Kamil Friedrich II. vertraglich einen zehnjährigen Frieden.
Papst Gregor IX. sah jedoch dadurch nur die weltliche Macht Friedrich II. und weniger die kirchliche Macht gestärkt, und begann deshalb gegen die Beliebtheit des Kaisers anzugehen. Mithilfe eigener Truppen eignete sich der Papst in Abwesenheit Friedrich II. den lombardischen Städtebund in Süditalien an, der bis dahin unter kaiserlicher Herrschaft stand. Das veranlasste Friedrich II. 1229 nach Italien zurückzukehren. Dort wurde er aufgrund seiner Erfolge im heiligen Land von der Bevölkerung begeistert begrüßt und als Befreier Jerusalems gefeiert.
Wegen seiner Beliebtheit konnte er den lombardischen Städtebund zurückerobern und der Papst sah sich gezwungen, den Bann Friedrich II. zu lösen. 1230 wurde in San Germano ein Friedensvertrag unterzeichnet, der die Macht des Kaisers in Süditalien unter vielen Zugeständnissen an den Klerus wieder festigte. Doch schon 1239 verhängte Gregor IX. einen weiteren Bann über Friedrich II.
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