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Fünfter Kreuzzug
Kreuzzug von Damiette 1217-1221
Der Fünfte Kreuzzug bezeichnet die Belagerung von Damiette in den Jahren 1217 bis 1221 und ist nicht zu verwechseln mit dem Kreuzzug Friedrich II., welchen er 1228 führte. Bereits 1213 rief Papst Innozenz III. in seiner Bulle “Quia maior” zu einem erneuten Kreuzzug auf, welcher, um Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, gänzlich unter die Führung der Kirche gestellt werden sollte. Den endgültigen Beschluss für die Durchführung des Fünften Kreuzzuges fällte das Vierte Laterankonzil im Jahre 1215.
Mit dem Ziel einer siegreichen Kriegsführung mobilisierte der Papst, neben Rittern und Adligen, auch das einfache Volk mit Prozessionen, Predigten und Gebeten. Die 2. und 3. Kreuzzüge, von Königen angeführt, waren zum Scheitern verurteilt. Der Fünfte Kreuzzug sollte alle bisherigen in seiner Organisation übertreffen. Diesmal sollte ein päpstlicher Botschafter die Führung übernehmen, mit dem Ziel, den Hafen von Damiette zu erobern, um die Schifffahrt auf dem Nil kontrollieren zu können. Papst Innozenz III. bestimmte die Kreuzfahrer 1216 in die italienische Hafenstadt Brindisi. Weitergehen sollte die Reise von hier in die 1135 gegründeten Kreuzfahrerstaaten des östlichen Mittelmeeres.
Jedoch verstarb Papst Innozenz III. bevor das Unternehmen in die Tat umgesetzt werden konnte. Die Geschicke der Kirche lagen nun in den Händen von Papst Honorius III. Er setzte mit dem 1. Juni 1217 einen neuen Termin für den Beginn des Kreuzzuges fest. Unter der Führung des ungarischen Königs Andreas II. und Herzog Leopold VI. von Österreich brachen die Kreuzritter nach Akkon in Galiläa auf, der Hauptstadt des Königreiches Jerusalem. Sie trafen auf die Heere weiterer Kreuzfahrerstaaten, angeführt von Johann von Brienne, welcher in Vormundschaft seiner Tochter die Regierungsgeschäfte Jerusalems führte.
Die Einwohner Jerusalems flohen aus ihren Häusern, da sie ein weiteres Massaker befürchteten. Die Truppen um Sultan Al-Adil I. gingen jedoch offenen Kämpfen mit den Kreuzrittern aus dem Weg. Da sie sich immer wieder zurückzogen, war es den Kreuzrittern unmöglich, das Heer des Sultans zu stellen. Daraufhin zogen sie sich nach Akkon zurück. Von hier ausgehend unternahmen die Kreuzfahrer einige weitere erfolglose Belagerungsversuche. So konnte es ihnen nicht gelingen, die Burg der Muslims auf dem Berg Tabor einzunehmen. Enttäuscht zogen sich die Truppen um König Andreas II. aus dem Kreuzzug zurück. Die verbliebenen Kreuzfahrer um Johann von Brienne harrten im Januar 1218 weiter in Jerusalem aus.
Bereits im Jahre 1217 stießen niederländische, flämische und deutsche Kreuzritter in Holland in See. Nachdem sie den Winter in Portugal verbracht hatten, trafen sie im Frühjahr 1218 auf das Heer von Johann von Brienne. Wieder erstarkt wurde beschlossen, die islamisch-kurdische Dynastie der Ayyubiden in Ägypten zu erobern. Im Mai 1218 erfolgte die Belagerun von Damiette, der ägyptischen Hafenstadt im Nildelta. Nach heftigen Kämpfen gelang den Kreuzrittern die Einnahme einer strategisch wichtigen Insel, auf welcher sich der Kettenturm befand, durch den die Nilschifffahrt behindert werden konnte.
Nach dem Tod des Sultans Al-Adil I. übernahm sein Sohn Al-Kamil die Regierungsgeschäfte. Etwa zur selben Zeit trifft der päpstliche Botschafter Pelagius von Albano, in Begleitung italienischer Truppen, in Damiette ein und macht seine Rechte geltend, die Führung des Kreuzzuges, wie vereinbart, zu übernehmen. In den eigenen Reihen entbrennt daraufhin ein heftiger Streit über die Rechte an Damiette und die Führung des Fünften Kreuzzuges. Unterdessen zeigt sich der neue Sultan Al-Kamil entgegenkommend und verhandlungsbereit. 1219 schlägt er die Rückgabe des Königreiches Jerusalem, im Austausch zu Damiette, vor. Weiterhin verspricht er die Freilassung der Kriegsgefangenen und eine erhebliche Summe Geld. Kardinal Pelagius geht jedoch nicht auf seine Vorschläge ein und lehnt das Angebot gänzlich ab.
Das von einer großen Hungersnot betroffene Damiette konnte schließlich 1219 eingenommen werden. Einwohner, welche noch nicht Hungers gestorben waren, wurden getötet oder in die Sklaverei verkauft. Es kam in der Folgezeit zu immer größeren Spannungen zwischen alter und neuer Heeresführung. 1220 zog sich Johann von Brienne nach Akkon zurück. Für das verbliebene geschrumpfte Heer war ohne Verstärkung die Durchführung eines weiteren Kreuzzuges nicht mehr möglich. Vergebens wartete man auf die von Friedrich II. gemachte Zusage einer Aufstockung des Heeres.
Gegen den Willen König Johanns stieß der Fünfte Kreuzzug 1221 weiter in Richtung Kairo vor. Die beschwerliche Durchquerung des Nildeltas zwingt zur unfreiwilligen Lagerung bei Mansura. Abgedrängt in unwegsames Gelände unterschätzen die Kreuzritter die tosenden Nilfluten. Eingeschlossen von den Wassermassen und dem gegnerischen Heer fanden unzählige Kreuzritter den Tod. Wer nicht ertrank, musste sich den muslimischen Truppen geschlagen geben. Im September 1221 wurde Damiette aufgegeben. Sultan Al-Kamir sicherte den Kreuzrittern einen freien Abzug aus Damiette zu und besiegelte einen achtjährigen Friedensvertrag.
Die Schuld am Scheitern des Fünften Kreuzzuges wird zum einen Friedrich II. zugeschrieben, welcher den Truppen die versprochene Verstärkung vorenthielt, da ihn Regierungsgeschäfte in Sizilien handlungsunfähig machten. Vier Jahre später verpflichtete er sich im Vertrag von San Germano selbst einen Kreuzzug durchzuführen. Weitere drei Jahre vergehen, bis Friedrich II. zu seinem Kreuzzug aufbricht. 1228 verhandelt Friedrich II. mit Sultan Al-Kamil über die Rückgabe Jerusalems und lässt sich für zehn Jahre zum König Jerusalems krönen. Weitere Vorwürfe wurden an Kardinal Pelagius erhoben, welcher auf das Einlenken von Sultan Al-Kamil ablehnend regierte und dem Ansehen der Kirche beachtlichen Schaden zufügte.
An den Fünften Kreuzzug erinnert der im deutschen Sprachraum bekannte Gymnicher Ritt, welcher in Gymnich, einem Stadtteil von Erftstadt, unweit von Köln, seit mehr als 800 Jahren begangen wird. Urheber der viel besuchten Prozession ist, laut Sage, Ritter Arnold von Gymnich, welcher während des Fünften Kreuzzuges des unwegsame Nildelta durchquerte. Als sein Pferd immer tiefer im Morast versank, soll er gelobt haben, bei seiner gesunden Heimkehr jährlich an Christi Himmelfahrt mit einem Ritt durch seine Heimatstadt seiner Rettung zu gedenken. Das Pferd scheute durch das Auffliegen eines Vogels und gewann wieder festen Boden unter die Hufe. Der heimgekehrte Ritter machte sein Versprechen wahr und 1227 fand der erste Gymnicher Ritt statt.
Eine weitere Begebenheit am Rande des Fünften Kreuzzuges ist der Bau der Mathiaskapelle im rheinischen Kobern-Gondorf. Nach orientalischem Vorbild wurde sie errichtet, um die Reliquien des heiligen Mathias aufzubewahren, welche Heinrich I. vom Fünften Kreuzzug mitbrachte. Mehr als 150 Jahre wurde das Haupt des Heiligen in dem Gotteshaus aufbewahrt. Nach mehreren Umlagerungen befindet es sich heute in der Abtei St. Matthias in Trier.
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