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CRUSADER STUDIES


Erster Kreuzzug


Das Mittelalter war geprägt durch die Kreuzzüge. Die seit Ende des 11. Jahrhunderts bis gegen Ende des 13. Jahrhundert wiederholt unternommenen kriegerischen Unternehmungen der christlichen Völker des Abendlandes zur Befreiung des „Heiligen Landes“ Palästina wurden ausgelöst durch die von muslimischen Seldschuken eroberte Stadt Jerusalem im Jahr 1070.


Im weiteren Sinne zählten zu den Kreuzzügen aber auch die von der römischen Kirche unterstützten Kriegszüge gegen andere nichtchristliche Völker - die heidnischen Wenden oder Preußen sowie ketzerischen Albigenser und Stedinger. Das Streben der Päpste, eine Ausbreitung und Wiederherstellung des katholischen Glaubens zu erwirken, die griechische Kirche Rom unterzuordnen und die weltliche Einheit der im Glauben miteinander verbundenen Völker zu erwirken waren ebenso Ansporn auf Kreuzzug zu gehen, wie politische, kulturelle und wirtschaftliche Interessen und die ernsten Gefahren, die der abendländischen Kultur durch das Vordringen des Islams drohten.


So hatten die türkischen Seldschuken dem Oströmischen Reich nach der Schlacht bei Mantzikert ( 26. Aug. 1071) am Vansee, Antiochia, Edessa und den größten Teil Klein-Asiens mit Nicäa und Iconium entrissen und von den ägyptischen Fatimiden Syrien und Palästina - ein Wallfahrtsort für gläubige Pilger, die das Grabe Christi aufsuchten, eingenommen.


Schon Papst Gregor VII. hatte im Jahr 1074 einen Kreuzzug geplant, um Palästina zu befreien – doch Unstimmigkeiten mit Kaiser Heinrich IV. durchkreuzten das Vorhaben. Als dann Jahre später der byzantinische Kaiser Alexios I. militärische Hilfe ersuchte, rief Papst Urban II. zum Kampf auf. Durch seine euphorische Kundgebung auf der Synode von Clermont in der Auvergne begeisterte Papst Urban II. am 26. November 1095 das abendländische Volk für die Befreiung des „heiligen Grabes“ und zur Erschaffung einer christlichen Herrschaft gegen die Ungläubigkeit. Mit der Devise „Gott will es“ begründete er den Kriegszug und versprach den Teilnehmern Nachlass der kanonischen Bußstrafen, Vergebung der Sünden und Steuerfreiheit.


Angespornt durch ihre Bischöfe und Volksprediger stürmten unzählige Volksmassen aus Frankreich und Umgebung unter der Führung des Eremiten Peter von Amiens voreilig in Richtung Osten. Ungenügend ausgerüstet und nahezu waffenlos musste die Armee armer und kleiner Leute aber bereits in Ungarn, Bulgarien oder im günstigsten Falle jenseits des Bosporus ihr Leben lassen.


Im Jahr 1096 machten sich die Hauptheere der Ritter und Fürsten – zumeist Franzosen, süditalienische Normannen und Lothringer auf den Weg, das „Heilige Grab“ aus den Händen der Ungläubigen zu befreien. Ein aufgenähtes rotes Kreuz - an der rechten Schulter zu tragen - wurde das Zeichen derer, die als Gottesstreiter auf dem Kreuzzug unterwegs waren.


Die ersten Führer der Streitmächte des Kreuzzuges waren der deutsche Fürst Gottfried von Bouillon aus Lothringen sowie dessen Bruder Balduin, Graf Raimund IV. von Toulouse aus dem südlichen Frankreich, Herzog Robert von der Normandie aus Nordfrankreich sowie Graf Stephan von Blois. Graf Robert II. von Flandern und Hugo von Vermandois zählten zu den Führern des ersten Kreuzzuges ebenso wie Bohemund von Tarent, um den sich die Normannen aus Unteritalien scharrten und dessen Neffe Tankred von Hauteville, an der Spitze der Ritter aus dem Linksrheinischen.


Zum geistlichen Lenker des gesamten Kreuzheeres ernannte Papst Urban II. den Bischof von Le Puys: Adhémar de Monteil.
Auf unterschiedlichen Wegen gelangten die rund 300 000 Mann zählenden Kreuzfahrer in die byzantinische Hauptstadt Konstantinopel, wo Kaiser Alexios I. fast alle Kreuzzugsführer bewog, den Lehnseid zu leisten.


Nachdem Gottfrieds Heer im April 1097 über den Bosporus zog, vereinigten sich Anfang Juni die fünf Kreuzfahrerheere vor Nicäa. Sie belagerten und stürmten erfolgreich die Stadt und schlugen am 1. Juli bei Doryläon die Streitmacht der Seldschuken des Sultans Kilij Arslan. Von Juli bis September durchquerten die Ritterheere die kleinasiatische Halbinsel.


Sie erreichten im Oktober 1097 Antiochia und eroberten es unter der Führung von Bohemund mit großen Verlusten am 3. Juni 1098. Balduin verließ im Oktober das Heer und zog nach Edessa. Während Bohemund von Tarent in Antiochia blieb, machte sich das Ritterheer auf den Weg nach Jerusalem.


Anfang Juni 1099 erreichte das auf 20 0000 – 40 000 Mann geschrumpfte Kreuzheer Jerusalem. Trotz seiner Festigkeit erlag Jerusalem dem Ansturm der Kreuzfahrer nach vierwöchiger Belagerung am 15. Juli 1099 – ein riesiges Massaker ging der Eroberung voraus.


Sieben Tage später ließ sich Gottfried von Bouillon, Herzog von Niederlothringen, zum „Beschützer des heiligen Grabes“ wählen und bestieg den Thron des neuen Reiches. Nur wenige Tage nach seiner Wahl erschien eine Delegation aus Ägypten und ersuchte Gottfried, die „Heilige Stadt“ wieder zu verlassen. Mit den mobilisierten Resten seines Heeres zog er der ägyptischen Armee entgegen und konnte sich am 10. August gegen die Ägypter bei Askalon durch einen Überraschungsangriff erfolgreich behaupten. Gottfried von Bouillon starb am 1. Juli 1100 in Jerusalem.


Von der Eroberung Palästinas benachrichtigt setzten sich noch weitere Kreuzheere unter der Leitung des Herzogs Welf von Bayern sowie anderen französischen und lombardischen Führern in Bewegung. Aber die Kreuzfahrerstaaten schwächten einander durch eigene Torheiten, Rivalitäten und Mangel aller Ordnung und fanden in Anatolien ein klägliches Ende (1101).


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